Sonntag, 8. Juli 2012

Fight Club

Inhalt 

Zu Beginn des Filmes lernen wir den namenlosen Erzähler kennen. Ein zielloser Mensch, der einem Bürojob in einer amerikanischen Metropole nachgeht - ohne Ideale, Ziele und Motive. Von Stress und Schlaflosigkeit geplagt, sucht er sein "Seelenheil" in Selbsthilfegruppen. In der Gegenwart verzweifelter und totkranker Menschen, findet er dort Befriedigung. Kurze Zeit später lernt er im Flugzeug Tyler Durden kennen, der ihn sofort analysiert und durchschaut. Als der Erzähler seine Wohnung verliert und nicht mehr weiß wohin, trifft er sich mit Durden, der ihn nach einem gemeinsamen Bier auffordert ihn zu schlagen. Diese Schlägerei soll nicht die einzige bleiben und so gründen die beiden den "Fight Club". Selbstzerstörung ist hier Fortschritt, denn erst dadurch fühlt man sich lebendig ...

Zum Trailer einfach HIER klicken :]

Meine Meinung:

Auf den "Fight Club" bin ich in den letzten Monaten mehrmals gestoßen, als ich im Internet nach Filmideen zum Thema Schizophrenie suchte. Immer und immer wieder wurde dieser Film vorgeschlagen, ja die Leute schwärmten regelrecht von diesem "Meisterwerk" und davon, wie "außergewöhnlich und beeindruckend" er das Krankheitsbild darstelle. Da ich schon einige Filme gesehen habe, die dieses Thema behandeln, ging ich mit dementsprechend hohen Erwartungen an den Film. Und das obwohl ich kein besonders großer Fan von Brad Pitt bin.
Ich muss sagen, dass mich der "Fight Club" nicht vom Hocker gerissen, aber auch nicht komplett enttäuscht hat. Sicher ist der Film an sich gut gemacht und die Idee keine schlechte. Insgesamt durchdacht und auch an der Besetzung gibt es nicht viel zu meckern. Vor allem die beiden Hauptdarsteller gefielen mir in ihrer Rolle wirklich gut. Über schauspielerische Leistungen von Helena Bonham Carter muss - denke ich - nicht viel gesagt werden, oder?!
Während ich den Film schaute, war ich unsicher. Er war in meinen Augen nicht herausragend genug, um durch und durch begeistert zu sein, aber keinesfalls schlecht oder gar langweilig genug, um ihn nach der Hälfte schon auszumachen. Vom Regisseur David Finch habe ich vor langer Zeit auch den Film "Sieben" gesehen. Ähnlich wie beim "Fight Club" fesselte er mich, obwohl ich gleichzeit Ekel und auch eine merkwürdige Art von Unwohlsein empfand.
Mir persönlich floss zu viel Blut. Im Mittelpunkt krasse Schlägereien, die meiner Meinung nach auch wesentlich mehr im Vordergrund standen, als seine psychische Störung. Selbstverständlich zog sich diese von Anfang an durch den Film, aber nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte, nach den vielen positiven Kritiken. Von der Handlung her dennoch tiefgründiger, als es zunächst scheinen mag und auf jeden Fall ein Film, den ich mir trotzdem irgendwann kaufen und sicher noch mal sehen werde. Ansonsten ein gutes Ende und zumindest doch ausreichend Aufklärung.

Fazit:

Abgesehen davon, dass der Schwerpunkt nicht so lag, wie ich es für meinen Geschmack gern gehabt hätte, kann man insgesamt doch sagen: Ganz sicher ein guter Film mit super Besetzung.

Punkte:

3 von 5

10 Kommentare:

  1. Siehst du, es geht doch. :-)

    Also mir hat der Film richtig gut gefallen, doch ich kann deine negativen Kritikpunkte verstehen. Wenn man diesen Film unter dem Aspekt sieht, ist es nur verständlich, wenn man etwas enttäuscht ist. Der Film zeigt viel Gewalt, ja er lebt förmlich davon und doch ist es nur die Suche eines Mannes nach sich selbst.

    "Where is my mind?"

    Vielen Dank für deine Rezension.

    lg

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    1. Der Film zeigt viel Gewalt, ja er lebt förmlich davon und doch ist es nur die Suche eines Mannes nach sich selbst.

      "Where is my mind?"

      PIT ! Wie wäre es? Du schmeißt dein Studium und ich stelle dich als meinen persönlichen Blogschreiber ein!? :D

      Richtig, das meinte ich auch damit, dass der Film auf alle Fälle wesentlich tiefgründiger ist, als er vielleicht scheinen mag :]

      Vielen Dank für deinen Kommentar ;)

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  2. "Wenn man in einer anderen Zeit aufwacht, an einem anderen Ort, könnte man auch als anderer Mensch aufwachen?"
    Ich finde keineswegs, dass dieser Aspekt, die Schitzophrenie, zu kurz kommt. Eigentlich springt es eines schon aus fast jeder Szene an, wenn man genau hinsieht. Die Gepspräche (sowie der Sex) mit Marla, das verhalten an seinem Arbeitsplatz, das verhalten zu den Rekruten die vor dem Haus warten müssen. Wenn man sich auf die Feinheiten einlässt, findet man wirklich viel. Und Schitzophrenie ist ja eben eine Sache, die einem nicht sofort ins Gesicht springt und darum liebe ich die Art und Weise, wie sie in Fight Club verpackt ist. Sie schreit einen nicht an, man muss lauschen. Es ist ein Film, bei dem man aufpassen muss, den man vielleicht auch ein 3 und 4tes mal sehen muss um alles zu entdecken, aber genau darum fasziniert er mich so sehr. (das von jemanden, der ihn -im erst- mehr als 100mal gesehen hat.

    "Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun."
    Ich finde der Film hat genau so viel Blut wie nötig ist. Die Kampfsenen sind zwar Brutal und Hart aber wenn man genau hinsieht sind sie nicht der dominante part im Film, auch wenn er diesen Namen trägt. Es sind eben diese Momente, in denen man nichts hat, außer sich selbst und die Wahrnehmung seines eigenen Körpers. Und gerade hier kann man wieder auf die Schitzophrenie zugreifen. In diesen Szenen sind die Verknüfungen wirklich gut, wenn man gut hinlauscht.
    Vielleicht war wirklich nur deine Erwartungshaltung das Problem, man sollte an diesen Film wirklich komplett ohne eine Erwartungshaltung rangehen. Sozusagen als Überraschung, ohne Inhaltsangabe. So hat man den Kopf frei und wartet nicht auf Dinge, die nicht auftauchen und die man gerne hätte, sondern kann wirklich entdecken was da ist.

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    1. Uh, ich wollte auf keinen Fall damit ausdrücken, dass du den Film schlechtredest oder irgendetwas in der Richtung. :) Ich bin mir ja bewusst, das sowas einfach auch Geschmackssache ist. Ich habe deinen Text auch genau so verstanden, wollte einfach nur meine Meinung und Sichtweise darlegen. Das war keineswegs irgendwie böse oder missionierend gemeint. :) Darum schreibt man ja seine Meinung nieder, weil eben jeder seine eigene hat. :) Und andere Sichtweisen zeigen einem manchmal Aspekte die man ganz übersehen oder anders gedeutet hat und über sowas freue ichmich auch immer Wahnsinnig. :)

      in dem Sinne :)

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    2. Hallo Sny,

      ich gebe dir auf jeden Fall damit recht, dass sich diese Thematik durchaus durch den gesamten Film zieht, wie du sagst "Eigentlich springt es einen schon fast aus jeder Szene an, wenn man genau hinsieht". Das stimmt und das sagte ich ja auch. Ich wollte auch nicht damit sagen, dass der Film meiner Meinung nach das Thema Schizophrenie nicht gut durchdacht herausgearbeitet hat, denn das hat er. Aber im Vergleich zu anderen Filmen oder Büchern, gefiel mir das Ganze beim Fight Club trotzdem nicht SO gut. Was natürlich auch Geschmacksache ist :) Und darauf kommt es an: Ich sage nicht, der Film ist schlecht. Ich sage nur, er traf nicht ganz meinen Geschmack. Hinzu kommt, dass - wie du schon sagst - meine Erwartungshaltung vielleicht einfach das Problem ist. Und mein Vergleich zu anderen Werken. Besser wäre sicher gewesen OHNE Erwartungen ranzugehen ;) Aber ich werde den Film auf jeden Fall noch mal schauen, wer weiß, was ich dann sage.. Ob ich dich übertreffe mit den "mehr als 100 Mal" bezweifle ist stark :D Wahnsinn :D

      Danke für deine Meinung auf jeden Fall :]

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    3. Ich habe meinen Kommentar eben gelöscht, weil ich was hinzufügen wollte. Nun ist hier alles durcheinander :D

      Also erstmal war das vollkommen in Ordnung. Dachte bloß, dass es so rüberkam, als hielte ich so gar nichts von dem Film, was wie gesagt nicht so ist :) Im Gegenteil. Über deine Meinung freue ich mich natürlich! Da hast du auf jeden Fall auch recht mit dem was du sagst.

      Was ich eben noch ergänzen wollte:

      Ich habe eben noch mal ein wenig reflektiert und vielleicht ist der springende Punkt folgender:

      Meiner Meinung nach sollte hier schon grenzwertig die Rede von einer multiplen Persönlichkeitsstörung sein, weniger von einer Schizophrenie. Medizinisch gesehen finde ich das in einigen Szenen unrealistisch dargestellt, wenn wir tatsächlich bloß von einer schizophrenen Persönlichkeit ausgehen sollen. Mag sein, dass es das ist, was mich ein wenig gestört hat :]

      Danke auf jeden Fall für deine Kommentare, freut mich sehr :)

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  3. aber wird denn im Film explizit erwähnt, dass er Schizophrän ist? Da kann ich mich nämlich gar nicht dran erinnern jetz.

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  4. Nein, ich bin sogar der Meinung, dass zu seinem psychischen Zustand überhaupt nichts mehr gesagt wird, das bleibt im Prinzip offen :) Aber genau das ist es ja wieder zum Thema Jennys Erwartungshaltung :D Und daher hast du echt recht. Ich bin nicht an den Film gegangen, weil ich den "Fight Club" sehen wollte, sondern weil ich nach Geschichten über schizophrene Klienten suchte. Das war mein Fehler. Aber sehr interessant irgendwie, wenn man sich so drüber austauscht. Das war mir gar nicht so bewusst. Und ich denke, wenn ich unvoreingenommen an den Film gegangen wäre, wäre meine komplette "Rezension" völlig anders gewesen :)

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  5. Ha, das war jetz aber echt eine Entwurschtelung vom feinsten :D Ich werd jetz öfter bei dir vorbei schauen. :)

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